Sascha Lobo ist Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Seit 2011 erscheint jeden Mittwoch auf SPIEGEL ONLINE "Die Mensch-Maschine" - eine Kolumne zur digitalen Welt. In einem neuen Audioformat reagiert Sascha Lobo auf die Kommentare zu seiner Kolumne.

Sascha Lobo hat ein enormes Fachwissen was IT und Kommunikation anbelangt . In seinem Podcast geht er auch auf Argumente von Leuten ein, die nicht seiner Meinung sind. In der Form ist das sehr selten und absolut unterhaltsam.

Sein Podcast liegt auf Soundcloud und ist unter folgender URL erreichbar:
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Verschwörerische Weltsichten: Trump wird nie verlieren

11-11-2018

Es gibt eine dunkle Gemeinsamkeit zwischen der Midterm-Wahl in den USA und der Entlassung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen: In beiden Fällen sind Verschwörungsideologien zentral. Denn mit seiner Rede vor europäischen Geheimdienstchefs und der Aussage, linksradikale Kräfte seien in der SPD zugange, hat Maaßen gezeigt, dass er Verschwörungsideologe ist. Ähnlich in den USA. Dort war bei den Midterm-Wahlen die perfekte, politische Instrumentalisierung der Trump'schen Verschwörungsideologie zu beobachten, welches letztendlich wahlentscheidend war.

Diese These und die Meinungen dazu, werden in dieser Folge des Debattenpodcasts diskutiert.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Krise der SPD: Versucht es doch mal mit Sympathie

11-04-2018

Die Gründe für den Niedergang der SPD sind nicht monokausal und nicht nur deutsch, in ganz Europa taumelt die Sozialdemokratie. Aber einen zu wenig beachteten Erfolgsfaktor der SPD-Politik glaubt Sascha Lobo in sozialen Medien ausgemacht zu haben: persönliche Sympathie. Denn diese fehlt den deutschen Sozialdemokraten dort weitestgehend.

Diese These und die Meinungen dazu werden in dieser Folge des Debattenpodcasts diskutiert.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Medienkritik: Das Smartphone ist an allem schuld, Ausrufezeichen!

10-28-2018

Das mobile Betriebssystem Android wird zehn Jahre alt und allerortens wird das Smartphone zum Mittelpunkt einer Kritik, die vor allem auf die jüngeren Generationen zielt. Die Smartphone-Kritik in Deutschland hat ein Kunststück geschafft - sie ist noch stumpfer, fehlbesorgter und pathologisierender als die Internet-Kritik. Das Smartphone ist praktisch an allem schuld, in seiner geradezu toxischen Verbindung mit der Jugend, Ausrufezeichen!

Smartphone-Kritik ist keinesfalls generell unklug oder sinnlos. Aber wenn man sie am Verhalten jüngerer Generationen festmacht, dann liegt darin ein irreführender Fokus.

Das Smartphone ist der Kristallisationspunkt des heutigen Kapitalismus und damit der heutigen Gesellschaft. In den meisten Fällen ist das Verhalten jüngerer Generationen schlicht eine Reaktion auf die Welt, die wir ihnen vorgesetzt haben, meint Sascha Lobo.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Radikalisierung im Netz: Weltsicht durch die Filterbrille

10-21-2018

Das menschliche Gehirn ist eine Manipulationsmaschine, auf die das Internet wie eine Dauerreizmaschine wirkt - mit teils katastrophalen Folgen.

Anhand einer geleakten Chatdatenbank von Neonazis analysierte die Recherche-Plattform Bellingcat, wie Radikalisierung über das Netz funktioniert. Welche Bausteine - Worte, Bilder, Filme, Personen - auf dem Weg zum Extremismus lassen sich nachverfolgen? Grundlage ist insbesondere eine Diskussion, in der sich die Neonazis gegenseitig erzählen, wie sie "redpilled" wurden.

Ähnlich funktioniert das Instrument der Filterbrille. Die Filterbrille ist eine netzvermittelte Mini-Ideologie – und das wichtigste Instrument für extremistische Ideologien und Verschwörungstheorien. Denn sie blendet alle Widersprüche zur eigenen Perspektive aus, lässt sie kleiner erscheinen oder deutet sie ins Gegenteil um.

Die geleakten Gespräche beleuchten den Prozess, wie eine solche Filterbrille aufgesetzt wird. Sie offenbaren bisher unzureichend erforschte netzpsychologische Mechanismen der Radikalisierung.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Soziale Medien: Nicht einmal Facebook versteht Facebook

10-14-2018

Google Plus ist tot. Besonders vielen dürfte allerdings gar nicht bewusst gewesen sein, dass es Googles soziales Netzwerk noch gab. Deswegen ist die Schließung auch berechtigt und konsequent. Trotzdem markiert das Ende eine Art Höhepunkt.

Denn Soziale Medien sind der gegenwärtige Stand der digitalen Gesellschaft, Taktgeber der Öffentlichkeit, der Politik, des Privatlebens weltweit.

Es scheint eine Art digitaler Naturkonstante zu geben: Der Netzdenker Michael Seemann nennt sie die “soziale Gravitation”.

Soziale Gravitation bedeutet dabei: Die größte Plattform hat die größte Definitionsmacht darüber, wie ganze Bevölkerungen die Welt wahrnehmen - leider ohne sie präzise kontrollieren zu können. Nicht einmal Facebook hat Facebook verstanden, sagt Sascha Lobo und diskutiert im Podcast Gegenmeinungen.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Deutsche Einheit: Plädoyer für den digitalen Soli

10-07-2018

Deutschland hat den Osten in vielen Dimensionen vernachlässigt. Was nun fehlt ist eine Vision Ost. Sascha Lobo sieht dasl in Form eines digitalen Solidaritätszuschlages, mit dem Ziel, im Osten ein Musterland der Vernetzung entstehen zu lassen - ökonomisch, zivilgesellschaftlich, infrastrukturell und kulturell.
Und dabei geht es vor allem, jene 70 Prozent der Ost-Bevölkerung zu unterstützen, die nicht die AfD wählen. Denn das einzige verlässliche Mittel gegen Nazis sind ausreichend viele Nicht-Nazis, sagt Sascha Lobo.
Im Digitalen ist genau der Aufbruch spürbar, der den Menschen im Osten fehlt. Es gibt einen gesellschaftlichen Mechanismus, der sich "Leap-Frogging" nennt. Dabei lässt man ein paar Entwicklungsstufen aus und springt mit einem großen Satz gleich an die Spitze des gesamten Innovationszuges.
Das ist eine reale Chance für einen digitalen Osten als Sehnsuchtsort, und sie besteht nicht nur aus Geld. Sondern auch aus dem Gefühl, nicht mehr zu den Ländern und Leuten zweiter Klasse zu gehören.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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13 Jahre Netzpolitik unter Merkel: Beharrungsvermögen ist kein Vermögen

09-30-2018

Sascha Lobo schreibt ein Zwischenzeugnis auf Angela Merkels Digitalpolitik. Die Zusammenfassung auf dem Zeugniskopf lautet: Die digitale Ära Merkel war eine Zeit der Versäumnisse, der Verhinderung und des Versagens.

Das zugegeben abgedroschenste, aber auch leidigste Thema der Ära Merkel: die katastrophale digitale Infrastruktur Deutschlands. Aber immerhin hat Deutschland 2017 beim Glasfaserausbau mit sagenhaften 2,3 Prozent der Haushalte zu Angola aufgeschlossen. Seit 2008 wird jährlich eine Lösung versprochen. Passiert ist fast nix.

Insgesamt steht jetzt ein Bild von verzögerter Zukunftsfähigkeit im Raum. Beim Breitbandausbau wird gemauschelt und getrickst, aber die Probleme nicht zukunftsweisend gelöst. Dafür werden wir zumindest fast flächendeckend überwacht, sagt Sascha Lobo.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Provokation statt Diskussion: Die Vertrollung der Konservativen

09-23-2018

Konservativen Intellektuellen bekommt das Internet nicht. Sie haben in der Maaßen-Debatte gezeigt, wie sehr sie sich von sozialen Medien und deren Mechanismen instrumentalisieren lassen und damit ins Netz der Internet-Trolls geraten.

Zu beobachten war das nach den Vorfällen in Chemnitz und im Fall Maaßen, als der Begriff „Hetzjagd“ von Konservativen in die Relativierungskiste gesteckt wurde und später selbst von den Kritikern sprachlich vereinnahmt wurde.

Das behindert eine öffentliche Diskussion. Es verwandelt die Debatte in einen Kampf der Begriffe und mithilfe der Mechanismen der sozialen Medien zu einem Like or Hate Event.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Verfassungsschutz: Der heimliche Rechtswunsch des Herrn Maaßen

09-16-2018

Ein Teil der Bevölkerung scheint mit rechts zu sympathisieren, die Äußerungen des Verfassungsschutzpräsidents Hans-Goerg Maaßen lassen vermuten, dass er dazu gezählt werden kann. Es ist allerdings ein heimlicher Rechtswunsch.

Deutschland hat ein Integrationsproblem, das nicht von der Hand zu weisen ist, aber jahrelang vernachlässigt wurde. Deswegen brauchen wir Leitwerte statt bräsiger Leitkultur. Multikulti plus unnachgiebig durchgesetzte Leitwerte als Erfolgsrezept.

Die Äußerungen von Maaßen wirken genau entgegengesetzt.

In dieser Folge diskutiert Sascha Lobo Kommentare, die ihm zustimmen und viele, die sich weit nach rechtsaußen lehnen.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Zukunftsgipfel der Bundesregierung: Vereint in Furcht

09-09-2018

Der 9. Zukunftsgipfel der Bundesregierung ist vorbei und er wird von Sascha Lobo mit nur nur zwei Worten zusammengefasst: “Mal sehen”. Denn Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften eint die Angst vor Veränderung durch die Digitalisierung. Aber wenn zwischen Leuten, die eigentlich unterschiedliche Interessen verfolgen, allzu große Einigkeit herrscht, sollte man das alles mit einer gewissen Skepsis betrachten.

Diese Einigkeit scheint auf dem wirtschaftlichen Erfolg des Landes aufgebaut zu sein und ist deshalb trügerisch. Denn damit geht das Land eine Wette ein, dass es in zehn Jahren noch genauso gut aussieht, wie jetzt. Ebenfalls ist der Ruf nach der Regulierung der großen, meist amerikanischen, Digital-Giganten ein Zeichen von Furcht und verkapptem Tech-Nationalismus. Eigentlich müssten genau jetzt, in Zeiten großer Stärke, deutsche Konzerne wie bekloppt investieren. Das tun sie aber nicht ansatzweise in dem Umfang, der notwendig wäre.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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