Sascha Lobo ist Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Seit 2011 erscheint jeden Mittwoch auf SPIEGEL ONLINE "Die Mensch-Maschine" - eine Kolumne zur digitalen Welt. In einem neuen Audioformat reagiert Sascha Lobo auf die Kommentare zu seiner Kolumne.

Sascha Lobo hat ein enormes Fachwissen was IT und Kommunikation anbelangt . In seinem Podcast geht er auch auf Argumente von Leuten ein, die nicht seiner Meinung sind. In der Form ist das sehr selten und absolut unterhaltsam.

Sein Podcast liegt auf Soundcloud und ist unter folgender URL erreichbar:
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Digitalisierung in China: Das autoritäre Erfolgsmodell

07-15-2018

Eine wesentliche, politische Überzeugung des 20. Jahrhunderts war, dass Demokratie und eine florierende (soziale) Marktwirtschaft zusammengehören. Diese Erzählung scheint in Gefahr zu sein.

Zwar wird die digitale Gegenwart in Kalifornien gestaltet, die Zukunft könnte aber in China entstehen. Denn Datenströme und ihre zielgerichtete Auswertung sind der essenzielle ökonomische Machtfaktor und China der ausschlaggebende Markt.

Sascha Lobos These: Herkömmliche, soziale Marktwirtschaft mag tatsächlich besser in freien, demokratischen Staaten funktionieren - aber der kommende Digitalkapitalismus funktioniert besser in autoritären Staaten.

In dieser Episode des Debatten-Podcast wägt Sascha Lobo ab, wo Europa und China wirklich stehen, welche Faktoren für einen langfristigen digitalen Erfolg wichtig sind und ob die lähmende Bürokratie Schuld ist an der langsamen Entwicklung in Europa.

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Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Upload-Filter und Leistungsschutzrecht: Die dunkle Technikhörigkeit der Ahnungslosen

07-08-2018

Kurz vor der entscheidenden Abstimmung im EU-Parlament über die Urheberrechtsreform, schrieb Sascha eine emotionale, eine wütende Kolumne.

Seine These: Es gibt eine dunkle Technikgläubigkeit, die umso stärker ist, je weniger man sich mit der Materie auskennt. Während man bisher bei Technikgläubigkeit von begeisterten Netzfans ausgeht, handelt es sich hierbei um eine Form des Technikwahns für Kulturpessimisten, Netzfeinde und Ahnungsarme. Dunkle Technikgläubigkeit ist, wenn man weder weiß noch wissen will, ob und wie eine Technologie funktioniert - damit die eigene Hoffnung, sie könnte Probleme lösen, nicht enttäuscht wird.

Glücklicherweise wurde das Reformpaket abgelehnt. Und so diskutiert Sascha Lobo in dieser Episode nicht nur Kommentare zu seiner Kolumne, sondern auch die Reaktionen auf die Abstimmung und wie die öffentliche Debatte mitgeholfen hat, ein schlechtes Gesetz (vorerst) zu verhindern.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Upload-Filter und Urheberrecht: Deutschland, das Land des Digital-Trumpismus

07-01-2018

Die deutsche Politik schimpft über den Handelsunfug des Donald Trump. Geht es dagegen um die digitale Welt, kann es in Deutschland gar nicht irrational, nationalistisch und protektionistisch genug sein. Die gleichen Leute, die Zöllen auf deutsche Autos mit Unverständnis begegnen, befürworten mit verschwörerischer Miene jede noch so absurde Maßnahme gegen die großen, bösen, amerikanischen Digitalkonzerne.

In wenigen Tagen wird im Europaparlament zum neuen Urheberrecht abgestimmt. Dabei stehen zwei extrem problematische Artikel im Vordergrund: Leistungsschutzrecht und Upload-Filter.

In dieser Episode diskutiert Sascha Lobo mithilfe der Kommentare aus dem SPON-Forum, Sinn und Unsinn der streitbaren Artikel der neuen Urherberrechtsreform. Und wie Deutschland sich für eine bessere Zukunft im Digitalen verhalten sollte.

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Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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CDU, CSU, SPD bei Twitter: Was die Hashtags der Parteien verraten

06-24-2018

Weltpolitik findet inzwischen auf Twitter statt. Die Kürze zwingt oft dazu, Farbe zu bekennen. Und so spiegelt sich die deutsche Parteienkrise im Sommer 2018 auf Twitter. An den Hashtags, die die Parteien verwenden, kann man deren jeweilige Probleme erkennen. Die CDU hat kaum Argumente außer Merkel. Die SPD versucht im Emotionsmedium Twitter mit Sachargumenten und hastags wie #Brückenteilzeit nach vorne zu kommen. Die CSU verwendet am häufigsten den hastag #klartext.

Diese politische Form des Klartext geht zwingend mit der Inszenierung als Außenseiter einher. Das Versprechen "Klartext" ermöglicht der Elite Anti-Elitismus. Man kann dann als Regierungspartei Ein-Wort-Opposition spielen, also ganz oben stehen, sich zugleich aber mit dem "kleinen Mann" gegen "die da oben" verschwören. Klartext macht automatisch die schlichteste, emotionalste Lösung zur richtigen und duldet keine Diskussion.

In den Kommentaren zu Sascha Lobos aktueller Kolumne regt sich viel Zustimmung. Auf der anderen Seite auch heftiger Widerspruch: Es geht um Emotionen und die Verwendung bestimmter Begrifflichkeiten in der politischen Sprache.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Leistungsschutzrecht für Presseverleger: So ein Quatschgesetz

06-17-2018

Am 20. Juni 2018 wird im Rechtsausschuss des EU-Parlaments über die Neufassung des Urheberrechts abgestimmt. Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Punkte. Zum einen um Upload-Filter, sprich: Zensurmaschinen, die auf gefährliche Weise intransparent verhindern, dass bestimmte Inhalte überhaupt in soziale Netzwerke hochgeladen werden können. Zum anderen geht es um ein europäisches Leistungsschutzrecht für Presseverleger, kurz: LSR.

Bei dieser Abstimmung stehen auf der einen Seite gewählte EU-Abgeordnete. Auf der anderen Seite steht praktisch der Axel Springer Verlag. Viele deutsche CDU- und CSU-Abgeordnete im Europaparlament sollen andere EU-Abgeordnete massiv unter Druck gesetzt haben, für das Springer'sche Leistungsschutzrecht zu stimmen.

Ein sinnloses Gesetz, sagt Sascha Lobo, der im Debatten-Podcast versucht ruhig und sachlich seine Meinung anhand von Kommentaren zu erklären.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Missglückter Breitband-Ausbau: Warum ist das Internet in Deutschland so langsam?

06-10-2018

Der Europäische Rechnungshof geht davon aus, dass Deutschland seine Breitbandziele bis 2025 nicht einhalten kann. Sascha Lobo hatte eigentlich gehofft, nicht mehr über dieses Thema schreiben zu müssen. Diese leider schon fast erwartbare Nachricht war allerdings ausschlaggebend für eine Kolumne, in der er noch mal (wütend) erklärt, inwiefern die Regierungen der letzten zehn plus x Jahre ständig neue Ziele versprachen, doch sie nie einhalten konnte - und warum.

Der Grund dafür, meint Sascha Lobo, liegt zu großen Teilen beim halbprivaten Unternehmenskonstrukt der Telekom und der Technik namens Vectoring.

Doch dass die deutsche Breitband-Infrastruktur der Berliner Flughafen des Internets ist, hängt mit viel weiter zurückliegenden historischen Entscheidungen zusammen.

In einer fast schon “Podrant” zu nennenden wütenden Ausgabe des Debattencasts spricht Sascha Lobo, angefangen bei den frühen Achtzigerjahren und endend bei den aktuellen Kommentaren im Forum, über die Problematik des Breitbandausbaus in Deutschland.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Merkels Digitalpolitik: Das Märchen von der magischen Datensoße

06-03-2018

Angela Merkel hat auf dem Global Solutions Summit in freier Rede über ihre Vorstellungen von Digitalpolitik gesprochen. Ein Missverständnis war, meint Sascha Lobo, dass ihre Aussagen so aufgefasst wurden, als würde Merkel eine Steuer auf Daten fordern. Das stimmt erstmal nicht. Deutlich wurde durch die Rede aber, wie die Kanzlerin über die Digitalisierung denkt - und das es ein lobby-basiertes Weltbild ist.

Der Begriff “Dateneigentum”, den Merkel immer wieder gerne benutzt, wurde von der Autoindustrie in die Politik gebracht. Diese Hardware-fixierte Industrie produziert bisher zwar viele Daten, aber damit so richtig etwas anzufangen weiß sie noch nicht. Und da sie Angst hat, dass jemand anders diese Daten monetär verarbeiten könnte, wollen sie sich absichern, dass sie ihnen gehören - den Produzenten.

Es sind nicht die Daten, die wertvoll sind, sondern das, was man daraus macht. Und dieser Wert entsteht durch neue Geschäftsmodelle, die weit entfernt sind von der alten analogen Großindustrie Deutschlands. Daten sind keine digitale Wundersoße, die man über alte Geschäftsmodelle kippen kann und dann wird Geld verdient. Dies scheint die Industrie aber zu glauben - und Merkel scheint diese Meinung zu vertreten. Vielleicht sogar, weil sie denkt, dass sie damit der Wirtschaft etwas Gutes tut. Die Kanzlerin wird mit dieser Digitalstrategie eine fatale Kurzzeit-Illusion erzeugen: Dass digitale Transformation auch ohne Transformation funktioniert.

Im Podcast diskutiert Sascha Lobo die Meinungen und Kommentare aus dem SPON-Forum zu diesem Thema.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Albrecht, Lobo und die DSGVO

05-28-2018

In der Kolumne “Datenschutz: Wer macht mir die geileren Vorschriften?” vom 9. Mai 2018 kritisierte Sascha Lobo die DSGVO der EU. Darauf reagierte Jan Philipp Albrecht auf seinem Blog, darunter in den Kommentaren wieder Sascha.

In der erneuten Antwort schlug Jan Philipp Albrecht vor, sich doch zu einer Diskussion zu treffen.

So entstand die erste Sonderausgabe des Debattenpodcasts mit Jan Philipp Albrecht und Sascha Lobo - es wird wohl nicht die letzte bleiben.

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Zuckerberg vor dem EU-Parlament: Ein Desaster vor allem für Facebook

05-27-2018

Die Anhörung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg im EU-Parlament war ein Desaster für Facebook. Zuckerberg hätte kaum eine bessere Vorlage liefern können für eine aggressive Regulierung durch die EU.

In einer Mischung aus Nichtantworten, Ausweichen und "Keine Zeit"-Gebaren ist nicht nur eine Missachtung des EU-Parlaments offenbar geworden. Zuckerberg hat auch bewiesen, dass er die Konfrontation noch immer als PR-Kampf sieht. Diesen Teil des Kampfs hat er in der Tat gewonnen, aber er hat in dramatischer Weise die Macht der EU unterschätzt.

In diesem Debattenpodcast bespricht Sascha Lobo mithilfe der Kommentare aus dem SPON-Forum, wie es nun mit Facebook und der EU weitergeht. Wird sich Zuckerberg aus Europa zurückziehen? Wird Europa große Strafen über Facebook verhängen? Oder ist das aktuelle Ringen von Facebook mit der europäischen Politik sogar ein Glücksfall für zukünftige Politik?

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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Polizeiaufgabengesetz: Verbale Schlammlawine aus der CSU

05-20-2018

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verteidigt das umstrittene Polizeiaufgabengesetz - allerdings mit der kommunikativen Finesse eines Donald Trump, meint Sascha Lobo. Hermann steht für Irreführung, Gegner-Abwertung, Bigotterie, Unverständnis demokratischer Diskussion, Tribalismus und Trumpismus durch vorsätzliche Verwechslung von Fernsehen und Realität.
Die CSU akzeptiert wirklich niemanden als demokratisches Korrektiv, weder Bürger noch Proteste noch die unmittelbar betroffenen Behörden. Hermann bedient sich im Kampf gegen seine politischen Gegner sogar trumpscher Populismus-Methoden. Dabei misst er die Seinen und die anderen mit unterschiedlichem Maß, er ist ein sogenannter Tribalist: nur der eigene Stamm zählt. Argumente müssen keinen Sinn ergeben, sondern sich nur gut anfühlen

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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