Der Tag vom hessischen Rundfunk ist neben dem Hintergrund vom Deutschlandfunk eine weitere Informationsperle der ARD.  Tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeist werden in gut recherchierten Sendungen wochentäglich präsentiert. Manchmal, wenn ich mich über die Rundfunkgebühr wegen zu viel Sport und Glitter ärgere, stelle ich mir, daß mit meinem Geld die Redakteure von einer solchen Sendung bezahlt werden. Schon tut es nicht mehr weh.

Wichtiger Podcast zum Zeitgeschehen. Läuft bei mir oft während ich in der Küche werke oder bei der Hausarbeit.

Die Sendung selbst - "Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert", läuft von Montag bis Freitag um 18:05 Uhr im HR2. Die Seite zur Sendung findet man hier:
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Zwischen Liebe und Infarkt: Das Herz und wir

29-9-2020

Auf der Zunge tragen wir es gerne. Sogar dann, wenn wir eigentlich eine Mördergrube daraus machen. Fast im Sekundentakt schlägt das Herz in unserer Sprache. Es ist "der Joker der deutschen Dichtung", hat Marcel Reich-Ranicki gesagt, und Wörter mit "Herz" zu bilden ist uns auch im Alltagsleben längst in Fleisch und Blut übergegangen. Schon in den ältesten Kulturen galt das Herz als Sitz der Seele und Symbol der Liebe. Und aller Hirnforschung zum Trotz beherzigen wir in unseren Gedanken wohl immer noch den Satz von Arthur Schopenhauer, dass der Mensch "im Herzen steckt und nicht im Kopf". Selbst wenn wir alles Metaphorische und Metaphysische beiseite lassen, entscheidet unser Herzschlag immer noch über Leben und Tod. Aber gerade da zerbrechen wir uns viel zu selten den Kopf über unser Herz und darüber, was ihm guttut. Und auch deshalb ist es immer noch eine der häufigsten Todesursachen, krank am Herzen zu sein.

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Alle in einem Boot? Corona und Verantwortung

28-9-2020

Wir denken, alles ist ganz einfach. Wenn sich alle ihrer Verantwortung stellen und die Regeln beachten, werden wir schon zurechtkommen mit der Pandemie. Aber vertrauen die Politiker wirklich auf die Verantwortung des Einzelnen? Sie appellieren zum Tragen der Maske und zum Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln, da unser individuelles und kollektives Verhalten darüber entscheide, ob das Virus eingedämmt werden kann. Auf der anderen Seite nehmen sie uns mit Einschränkungen, Vorschriften und Bußgeldern einen Teil der Verantwortung ab. Sind das unzulässige Eingriffe in die individuelle Freiheit? Oder geben wir auf der Suche nach Orientierung gerne auch einen Teil der Verantwortung wieder ab? In der Pandemie ist der Streit neu entflammt: inwieweit sollen Regierungen Menschen in ihrer Verantwortung beeinflussen, ihnen Eigenverantwortung abnehmen?

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Schuld ohne Sühne? Die katholische Kirche und der Missbrauch

25-9-2020

Es ist ein Skandal ohne Ende. Seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Institutionen der katholischen Kirche sind Jahre vergangenen, aber von einer gelungenen Aufarbeitung kann keine Rede sein. Den Begriff der Entschädigung lehnt die Kirche ab, Anerkennungszahlungen aber, so der Opferverband "Eckiger Tisch", sind eine Finte. Denn von einer wirklichen Anerkennung der Schuld ist man weit entfernt. Vielfach sind Täter nicht entlassen, sondern nur versetzt worden, eine juristische Anklage hat es kaum gegeben. Wo also steht die katholische Kirche in Sachen Missbrauch? Bei der Bischofskonferenz in Fulda einigte man sich zumindest darauf, mit Betroffenen in Austausch zu treten und eine Basis für konkrete Zahlungen erarbeiten zu wollen. Die Frage aber bleibt, ob das ausreicht und ob man nicht strukturelle Änderungen vornehmen muss, um solche Fälle in Zukunft, wenn schon nicht zu verhindern, so zumindest einzuschränken.

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40 Tage Kampf – Präsidentschaftswahl in den USA

24-9-2020

Wenn es nach den meisten deutschen Kommentaren geht, müsste Donald Trump zum Wahlkampf gar nicht antreten: chaotische Corona-Politik, aggressive Parteinahme gegen die Black Lives Matter-Bewegung, dazu die schon gewohnten Lügen und Halbwahrheiten zu allen möglichen Themen. Das alles scheint ja auch derzeit dem Herausforderer Joe Biden und seiner Vizepräsidentenkandidatin Kamala Harris einen soliden Vorsprung in den Umfragen zu verschaffen. Die Stimmung in den USA ist aufgewühlt, zuletzt durch den Tod von Ruth Bader Ginsburg. Die Bundesrichterin war eine Ikone der amerikanischen Linken, nun will sie Trump noch vor der Wahl durch eine Konservative ersetzen und damit dem Obersten Gerichtshof einen klaren Rechtsdrall verpassen. Trump selber spricht unheilvoll von einem möglichen Wahlbetrug durch die Briefwahl, seine Gegner befürchten, dass er eine Niederlage nicht anerkennen könnte. Joe Biden versucht, nicht immer zur Freude seiner Partei, sich als Versöhner in der Mitte anzubieten. Dem manchmal hölzern oder sogar abwesend wirkenden Demokraten kommt der coronabedingte Verzicht auf Großveranstaltungen und Händeschütteln eher entgegen. Aber in den USA entscheiden am Ende oft Kleinigkeiten: geringfügige Meinungsverschiebungen in einzelnen Staaten, die aus rot blau machen oder umgekehrt. Einen soliden Vorsprung in den meisten Umfragen hatte Hillary Clinton 2016 auch. Und was, wenn sinkende Infektionszahlen dem Amtsinhaber gewissermaßen zufällig zu Hilfe kommen?

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Ausgespäht! – Faszination Spionage

23-9-2020

James Bond wird immer mal wieder für tot erklärt - im Film und auf dem Filmmarkt. In beiden Welten hat er bisher immer überlebt: Im Herbst gibt es einen neuen Bond in den Kinos. Klar, die charmanten Draufgänger und coolen Fieslinge des Kalten Krieges wirken altmodisch, aber Spionage fasziniert offenbar zu allen Zeiten: im guten wie im bösen Sinne, als Abenteuer und als Bedrohung. Und jede Zeit hat ihre charismatischen Typen: Heute sind es Hacker und auf der anderen Seite Whistleblower, die sozusagen Gegenspionage im Dienst der Öffentlichkeit betreiben. Die Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet der Spionage in Kunst und Medien eine Ausstellung mit dem Namen "We never sleep". Aber auch die Berichterstattung über reale Spionage ist oft von mythischen Vorstellungen gefärbt. Die Möglichkeiten und die Reichweite von Geheimdiensten werden im Zweifelsfall sehr hoch eingeschätzt, da können Wahlen entschieden, Krisen ausgelöst und sogar Kriege gewonnen werden. Wenn alles geheim und zugleich bedrohlich ist, füllt die Fantasie die Lücken, die der Faktencheck lässt. Zeit für eine kleine Bestandaufnahme: Wie steht es mit der Spionage?

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