Der Tag vom hessischen Rundfunk ist neben dem Hintergrund vom Deutschlandfunk eine weitere Informationsperle der ARD.  Tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeist werden in gut recherchierten Sendungen wochentäglich präsentiert. Manchmal, wenn ich mich über die Rundfunkgebühr wegen zu viel Sport und Glitter ärgere, stelle ich mir, daß mit meinem Geld die Redakteure von einer solchen Sendung bezahlt werden. Schon tut es nicht mehr weh.

Wichtiger Podcast zum Zeitgeschehen. Läuft bei mir oft während ich in der Küche werke oder bei der Hausarbeit.

Die Sendung selbst - "Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert", läuft von Montag bis Freitag um 18:05 Uhr im HR2. Die Seite zur Sendung findet man hier:
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Schmeckt‘s noch? Abfall lecker zubereitet

11-11-2019

Zwei junge Frauen haben in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie waren wegen Diebstahls verurteilt worden, nachdem sie noch brauchbare Lebensmittel aus dem Abfall eines bayerischen Supermarkts gefischt hatten. Dieses sogenannte "Containern“ ist nach derzeitigem Recht strafbar. Denn der Müll gehört dem, der ihn weggeworfen hat. Das derzeitige Recht passe allerdings nicht mehr in die Zeit, sagen die beiden verurteilten Studentinnen. Denn es ist zwar nicht verboten, Lebensmittel zu Abfall zu erklären, aber es ist verboten, die weggeworfenen Lebensmittel aus dem Müll "zu retten“. Umgekehrt wäre es sicher sinnvoller. Rund 85 Kilogramm Nahrungsmittel pro Kopf und Jahr werfen wir in Deutschland weg, das sind fast 13 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte davon stammen aus Privathaushalten. Das Umdenken, das die "Lebensmittelretter“ fordern, müsste allerdings weit über die Rechtsprechung und den Umgang mit Lebensmitteln im Handel hinausgehen. "Eine gesamtge-sellschaftliche Aufgabe“ nennt es dann auch die Bundeslandwirtschaftsministerin - und ändert nichts an den Gesetzen …

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Warten – Wie geil ist das denn!?

08-11-2019

Unser Leben besteht zu einem erheblichen Teil aus Wartezeiten. Warten auf den Bus, warten auf besseres Wetter, auf Handwerker, aufs Essen, auf eine günstige Gelegenheit für was auch immer. Warten auf Hilfe, warten auf einen Bescheid vom Amt, auf einen Studienplatz, warten auf ein Spenderorgan, auf die große Liebe und die großen Ferien. Unsere Geduld wird ständig auf die Probe gestellt und dass, obwohl in unserer modernen Gesellschaft alles auf die schnelle Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet ist. Oft wäre es angebracht, sich mehr Zeit zu nehmen, erstmal abzuwarten. Aber das ist eine Kunst, die man wohl erlernen muss. Wir können es kaum erwarten, mehr darüber zu erfahren.

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Wisch und weg! Die unterschätzte Arbeit der Putzfrau

07-11-2019

Sie haben bestimmt schon so manche Lobby geputzt, die Reinigungskräfte dieser Welt. Aber sie selbst scheinen keine große Lobby zu haben. Den "Internationalen Tag der Putzfrau" jedenfalls verdanken wir im Wesentlichen einer Krimiautorin, die ihre Heldin zuweilen als Putzfrau arbeiten lässt. Was vielleicht symptomatisch ist. Denn wie viele Klischees und Anekdoten ranken sich um Putz-, Zugeh- oder Reinemachefrauen - und wie wenig Aufmerksamkeit erfahren sie in der Wirklichkeit! Wir lassen sie in unsere Räumlichkeiten, gewähren ihnen tiefe Einblicke und vertrauen blind darauf, dass sie dort wirklich nur putzen. Aber die Sauberkeit, die sie hinterlassen, die nehmen die meisten von uns selbstverständlich, ohne sich Gedanken über die Drecksarbeit zu machen, die dafür nötig war und die oft genug schlecht bezahlte Schwarzarbeit ist.

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Nichts passiert – Von den Folgen einer Vergewaltigung

06-11-2019

Viele junge Mädchen und Frauen verzichten nach einer Vergewaltigung darauf, die Tat anzuzeigen. Zu tief sitzt die Angst vor erneuten Verletzungen. Schließlich wird der eigene Körper zum Tatort, an dem Spuren gesichert werden müssen. Und die Aussage selbst, erst bei der Polizei, später vor Gericht, zwingt die Frauen dazu, sich wieder und wieder mit der Vergewaltigung zu befassen. Aus Angst und Scham gehen viele Opfer sexueller Gewalt nicht zur Polizei- auch weil sie fürchten, dass ihre Anklage in Frage gestellt wird. Umso schlimmer, wenn ein Großteil der Täter dann straffrei ausgeht, wie neue Zahlen belegen. Mitte der 90er Jahre wurde ein Fünftel der Täter verurteilt, in den vergangen Jahren waren es nur noch rund sieben Prozent. Deshalb fragt ein Forschungsprojekt jetzt nach den Ursachen. Dazu werden Akten analysiert und Frauen befragt, wie es ihnen nach der Anzeige ergangen ist. Außerdem soll die Spurensicherung erleichtert und die Täterfahndung durch eine ausgeweitete DNA-Analyse verbessert werden. Der Umgang mit Opfern und Täter ist nicht nur innerhalb Europas, sondern auch innerhalb Deutschlands unterschiedlich. Es gibt noch viel zu tun.

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Mauerfall und Stolperstein – Wem nützt das Gedenken?

05-11-2019

Soviel Gedenken war lange nicht mehr. Ende der Woche jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer. Und weil es eine ganze Kette von Ereignissen war, die zu ihrer Öffnung führte, gibt es seit Monaten immer wieder Anlässe, sich zu erinnern. Und daraus dann ein Gedenken zu formen. Denn Gedenken ist mehr als Erinnern. Wenn wir gedenken, dann nimmt unser Gedächtnis Haltung an. Und dann zeigt sich, wer sich diese Haltung zu eigen macht und wer nicht. Es kann ein Affront sein, nicht mit zu gedenken. Aber auch das Gegenteil ist möglich: Ein Kranz der AfD-Fraktion an der NSU-Gedenkstätte in Zwickau hat viele Menschen verstört. Gemeinsames Gedenken kann eine Gesellschaft zusammenhalten - beim Feiern und beim Trauern. Aber gerade öffentliches Gedenken kann auch provozieren und spalten, wenn es für unterschiedliche Zwecke vereinnahmt wird.

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