Der Tag vom hessischen Rundfunk ist neben dem Hintergrund vom Deutschlandfunk eine weitere Informationsperle der ARD.  Tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeist werden in gut recherchierten Sendungen wochentäglich präsentiert. Manchmal, wenn ich mich über die Rundfunkgebühr wegen zu viel Sport und Glitter ärgere, stelle ich mir, daß mit meinem Geld die Redakteure von einer solchen Sendung bezahlt werden. Schon tut es nicht mehr weh.

Wichtiger Podcast zum Zeitgeschehen. Läuft bei mir oft während ich in der Küche werke oder bei der Hausarbeit.

Die Sendung selbst - "Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert", läuft von Montag bis Freitag um 18:05 Uhr im HR2. Die Seite zur Sendung findet man hier:
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Karlsruhe statt Luxemburg – Wenn das EU-Recht an Grenzen stößt

28-5-2020

Wenn zwei sich streiten, dann schlichten Gerichte. Aber wer soll schlichten, wenn zwei Gerichte sich streiten - und zwar nicht nur in der Sache, sondern auch darüber, wer in der Sache das letzte Wort haben darf? Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe haben sich beide in letzter Instanz ein Urteil über das Tun und Treiben der EZB erlaubt. Aber wer von beiden hat das zu Recht getan? Der EuGH, weil die EZB nun einmal eine europäische Zentralbank ist? Oder das höchste deutsche Gericht, weil auch europäische Rechtsprechung nicht gegen das Grundgesetz verstoßen darf? An dieser Frage hängt mehr als nur ein juristisches Geplänkel. Denn es geht um nichts Geringeres als darum, wer in der Europäischen Union die rechtliche Autorität haben soll - und überhaupt die Autorität: Die gemeinschaftlichen Institutionen der EU, deren Einfluss vielen Mitgliedsstaaten viel zu weit geht? Oder die Institutionen der Mitgliedstaaten, von denen ja schon jetzt manche aus der Reihe tanzen? Die EU und ihre Mitglieder werden also - frei nach Goethes Faust - entscheiden müssen, was ihre Welt "im Innersten zusammenhält".

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Plantschen, Plaudern, Pommes. Wann dürfen wir wieder ins Schwimmbad?

27-5-2020

Los geht der Badespaß! Zumindest in einigen Bundesländern haben die ersten Freibäder wieder geöffnet. In Hessen lockt ab kommendem Wochenende das kühle Nass, allerdings erst einmal nur für Vereine. Denn zwischen Arschbombe und Bauchplatscher droht die Ansteckung. Also gilt auch im Schwimmbad: Abstand halten, Hygieneregeln beachten. Wie weit ist es da noch her mit dem Spaß, wenn nur noch in Bahnen hintereinander hergeschwommen werden darf und sich zwischen das Präsentieren und Toben auf der Liegewiese die Abstandsregelung drängt. Denn kein einziges böses Tröpfchen soll sich seinen Weg bahnen können. Schließlich lockt das Schwimmbad nicht nur wegen körperlichen Benefits und Wohlbefinden, sondern seit jeher ist mit der Badekultur ein soziales Ereignis verbunden. In Bädern trifft sich jung und alt quer durch die Gesellschaft - vor Pommes, Würstchen und Wassereis sind alle gleich und das schon sehr lange. Ob Flussbaden oder Badeseen das ersetzen können? Noch müssen wir uns mit Trockenübungen begnügen, die beste Zeit für einen Bade-"TAG" also - ganz ohne Ansteckungsgefahr.

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Auseinander! Keine Chance für die Masse

26-5-2020

"Die Masse machts", sagt der Volksmund. Aber dieser Satz bleibt einem seit Wochen im Halse stecken - seit wir nur noch in Maßen zueinanderfinden dürfen und eben nicht mehr in Massen. Weil Massenveranstaltungen nun einmal schwer vereinbar sind mit Abstandsregeln. Und deshalb macht die Masse bis auf weiteres so gut wie nichts. Manche werden nun sagen: "Macht nichts", weil sie sich in der Masse eher unbehaglich fühlen. Andere dagegen vermissen genau das, was ein Konzert, ein Fußballspiel oder eine Party überhaupt erst zum Erlebnis macht, nämlich den kollektiven Genuss. Denn der wird doch umso intensiver, je größer die Masse ist, in der man sich bewegt und bewegen lässt. Und was wird eigentlich aus einem politischen System, wenn sich keine Massen mehr versammeln dürfen? Demonstrieren mit Abstand zueinander mag zwar besser sein als gar nicht demonstrieren. Aber dass eine solche Demonstration mit Abstand die wirkungsvollste Protestform wäre, das wird man getrost bezweifeln dürfen.

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Kinder, Kücher, Konferenzen – wie Corona den Frauen schadet

25-5-2020

Am besten zuhause bleiben! Heute ist das eine zeitgemäße Empfehlung, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Vorher war es eine reaktionäre Forderung an Frauen. Und in der Krise verschwimmt beides: Wenn Frauen zuhause bleiben, verringert sich die Ansteckungsgefahr vielleicht, es steigt aber offensichtlich die Gefahr, dass sie sich in traditionellen Rollen wiederfinden. Die Kinder sind ja auch zuhause - und in den meisten Fällen kümmern sich Frauen um sie. Ganz egal ob sie außerdem noch im Home Office arbeiten. Schon vor Corona leisteten Frauen den größten Teil der Haus- und Kinderarbeit und setzten eigene Ziele dafür zurück. Das hat in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich zu genommen. Kinder und Küche kommen jetzt zu den Konferenzen einfach dazu. Oder die Frau lässt die Arbeit ganz ruhen, während der Mann wieder den Alleinverdiener gibt.
Es sieht aus, als ob die Krise bestehende Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern verschärft. Manche sprechen von einer "Retraditionalisierung" der Verhältnisse durch Corona. Bedeutet das womöglich eine Rückkehr das Patriarchats?

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Seid ihr alle da? Wie wir uns digitalisieren

22-5-2020

Während die Kinder nicht in die Schule dürfen, lernen die Erwachsenen umso mehr: Jitsy, Zoom, Facetime, Teams - Mobiltelefone und Laptops füllen sich mit Apps, die digitale Konferenzen und Chats ermöglichen. Home Office und Abstandgebote erzwingen eine Digitalisierung im Schnellverfahren. Sogar die CSU muss ihren Parteitag online abhalten. Ist das jetzt eine Art Kollateralnutzen der Coronakrise, weil wir eine sowieso notwendige Modernisierung eben etwas schneller durchziehen? Oder verarmt unsere Kommunikation im Ausnahmezustand - ohne die vielen emotionalen Signale und Nuancen, die nur bei der persönlichen Begegnung im Zimmer (oder auch im Saal) funktionieren? Datenschutzprobleme gibt´s natürlich auch immer wieder, wenn Arbeitgeber sich die praktischen Apps und ihre Hersteller genauer ansehen. Und so ein Parteitag ist möglicherweise online gar nicht richtig beschlussfähig, weil Abstimmungen und Diskussionen nicht transparent sind. In jedem Fall ist es aber interessant zu fragen.

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