Der Tag vom hessischen Rundfunk ist neben dem Hintergrund vom Deutschlandfunk eine weitere Informationsperle der ARD.  Tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeist werden in gut recherchierten Sendungen wochentäglich präsentiert. Manchmal, wenn ich mich über die Rundfunkgebühr wegen zu viel Sport und Glitter ärgere, stelle ich mir, daß mit meinem Geld die Redakteure von einer solchen Sendung bezahlt werden. Schon tut es nicht mehr weh.

Wichtiger Podcast zum Zeitgeschehen. Läuft bei mir oft während ich in der Küche werke oder bei der Hausarbeit.

Die Sendung selbst - "Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert", läuft von Montag bis Freitag um 18:05 Uhr im HR2. Die Seite zur Sendung findet man hier:
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Aufgeheizte Erde – kühler Kopf: Wer rettet das Klima?

20-9-2019

"I want you to panic" - mit diesem Slogan ist die schwedische Klimaschützerin Greta Thunberg im Januar vor das Weltwirtschaftsforum getreten. Die "Fridays for future"-Bewegung macht Druck und das bereits seit einem Jahr. Die Berliner Politiker haben in dieser Zeit um ein längst überfälliges Klimaschutzgesetz gerungen, der Klimawandel beherrscht mediale und politische Debatten wie nie zuvor. "Fridays for future" ist größer geworden, zu den Klimaschutzforderungen kamen allgemeine ökologische hinzu, aber genau das birgt neue Herausforderungen. Mit Vereinnahmungsversuchen von Kapitalismuskritikern bis Wirtschaft, Kritik und Häme nicht nur von rechts muss die Bewegung umgehen und wirkt dabei gelegentlich gebeutelt. Erste Protestler wenden sich ab, neue Bündnisse werden gegründet. Bei einem Teil der Demonstranten wächst die Wut und das steigert die Bereitschaft zu aggressiveren Forderungen. Der andere kämpft mit Frust und Hoffnungslosigkeit angesichts der Weltuntergangsszenarien und Verzichtspredigten und bekommt wirklich Panik. Und die war noch nie ein guter Ratgeber. Was mit Schülerprotesten begann, wurde zur Klimabewegung - Droht dieser jetzt die Spaltung?

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Dein Feind und Helfer – Rechtsextreme bei der Polizei

19-9-2019

Am Anfang stehen Morddrohungen gegen eine Frankfurter Rechtsanwältin und ihre Tochter, unterschrieben mit "NSU 2.0". Sie bringen die Polizei auf eine Spur, die bei ihr selber endet. Ein Kreis Frankfurter Polizistinnen und Polizisten fliegt auf, die sich rechtsextreme Botschaften zuschicken. Im Juni 2019 wird ein Beamter aus diesem Kreis verhaftet, unter dem Verdacht, die Drohschreiben mitverfasst zu haben. Das ist abstoßend genug, aber einige weitere Vorkommnisse haben den Verdacht erregt, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte. Gegen weitere hessische Polizisten wird ermittelt - zwei Beamte aus dem mittelhessischen Kirtorf sollen den Hitlergruß gezeigt haben, ein Dieburger Polizist hat Daten an eine Neonazi-Frau weitergeleitet und ist inzwischen verurteilt. Die konkreten Fälle vermischen sich mit einem diffusen Verdacht, der vor allem im Zusammenhang mit den NSU-Morden entstanden ist: dass die Behörden rechtsextreme Gewalt übersehen oder nicht entschlossen verfolgen. Die zögerliche Informationspolitik der hessischen Landesregierung gibt solchen Mutmaßungen weitere Nahrung. Gibt es bei der Polizei rechtsradikale Netzwerke? Oder zumindest eine Neigung, rechtsextreme Kollegen zu decken? Der Verdacht ist nicht neu, denn Polizisten wird generell gerne eine Gesinnung rechts der Mitte unterstellt. Lässt er sich bestätigen - oder entkräften?

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Schnell noch tanken! Eskalation am Golf

17-9-2019

Nein, natürlich sind unsere finanziellen Sorgen als Autofahrer nicht die bedrohlichste Folge des Drohnenangriffs auf eine saudische Ölraffinerie. Aber sie zeigen, wie schnell diese Folgen im Alltag ankommen könnten: Der Ölpreis könnte massiv ansteigen und die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft endgültig in eine Rezession treiben. Aus dem Krieg im Jemen könnte ein größerer Krieg im Nahen Osten werden. Und der Iran könnte mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln seine Machtposition dort ausbauen. Denn ob nun die jemenitischen Huthi-Rebellen auf eigene Faust angegriffen haben oder auf Anordnung aus Teheran: eine so wirkungsvolle Attacke mit einer relativ billigen Drohne lässt das Potential einer Kriegsführung ahnen, die die klassischen militärischen Machtverhältnisse unterläuft. Der Iran weist die Vorwürfe zurück, hinter der Attacke zu stehen, und lehnt Verhandlungsangebote ab. Donald Trump fällt außer den üblichen Drohungen auf Twitter nichts ein. Sein Außenminister Pompeo spricht von einem "beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung". Aber wie soll sich eine Welt verteidigen, die schon bisher nicht in der Lage war, regionale Konflikte einzuhegen? Haben es die Huthi-Rebellen in der Hand, eine Weltwirtschaftskrise auszulösen? Dann sollten wir vielleicht doch schnell noch tanken. Oder gleich das Fahrrad wintertauglich machen.

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Lethargie im Gleisbett – Was die Bahn verschlafen hat

16-9-2019

Wenn wir ein klimafreundliches Verkehrskonzept auf den Weg bringen wollen, dann spielt die Bahn darin eine Hauptrolle. Darauf ist sie aber schlecht vorbereitet. Es ist jetzt 25 Jahre her, dass das Staatsunternehmen zu einem privatrechtlich organisierten Wirtschaftsunternehmen wurde. 5 Jahre später sollte der Börsengang kommen, aber daraus wurde nichts. Trotzdem sollte die große Reform der Bahn einen Innovationsschub geben. Vermeintlich unrentable Strecken wurden stillgelegt, die Belegschaft wurde halbiert, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut. Aber ein Erfolgsmodell sieht anders aus: Die Bahn kämpft nach wie vor mit Verspätungen, maroden Gleisen und Engpässen bei den Zügen. Die Schuldenlast des Unternehmens bricht Rekorde, nicht zuletzt wegen Stuttgart 21. Wohin geht die Reise für ein Schlüsselunternehmen der Verkehrswende?

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Pfeif' auf Stress und Eile! Ein Lob der Langeweile

13-9-2019

"Die Deutschen haben verlernt, ihre Freizeit zu genießen." Das ist die Botschaft einer neuen Studie mit dem Namen "Freizeit-Monitor 2019". Und in dieser Botschaft stecken gleich mehrere Fragen: Warum haben wir Deutsche verlernt, unsere Freizeit zu genießen? Weil wir nicht smart genug sind, uns aus der Sklaverei unseres Smartphones zu befreien, wie die Studie meint? Ist Freizeit tatsächlich etwas, dessen Genuss man erst lernen und üben muss? Oder stehen nur wir Deutsche vor dieser Herausforderung, während alle anderen intuitiv und von Geburt an wissen, wie man Freizeit genießt? Haben wir vor lauter Stress vergessen, wie sich Freizeit überhaupt anfühlt? Fremdeln wir mit Freizeit, weil wir alles erleben wollen, nur keine Langeweile? Und sträuben wir uns gegen Langeweile, weil wir nicht wahrhaben wollen, wie gut sie uns täte?

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