Der Tag vom hessischen Rundfunk ist neben dem Hintergrund vom Deutschlandfunk eine weitere Informationsperle der ARD.  Tagesaktuelle Themen aus Politik, Kultur und Zeitgeist werden in gut recherchierten Sendungen wochentäglich präsentiert. Manchmal, wenn ich mich über die Rundfunkgebühr wegen zu viel Sport und Glitter ärgere, stelle ich mir, daß mit meinem Geld die Redakteure von einer solchen Sendung bezahlt werden. Schon tut es nicht mehr weh.

Wichtiger Podcast zum Zeitgeschehen. Läuft bei mir oft während ich in der Küche werke oder bei der Hausarbeit.

Die Sendung selbst - "Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert", läuft von Montag bis Freitag um 18:05 Uhr im HR2. Die Seite zur Sendung findet man hier:
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"Wir sind jetzt" – Jüdisches Museum, jüdisches Leben

21-10-2020

Fünf Jahre wurde konzipiert, restauriert, neu gebaut - nun öffnet das "Jüdische Museum Frankfurt" für alle wieder seine Pforten. Als Museum ohne Mauern, als öffentlicher und offener Ort. Dafür steht nicht nur das Programmmotto "Wir sind Jetzt", sondern auch die Architektur des Neubaus. Der präsentiert sich neben dem restaurierten klassizistischen Altbau lichtdurchflutet, lässt Durchblicke zu, öffnet sich dem Hier, dem Wir, dem Jetzt. Mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangeboten geht es in Zukunft im "Jüdischen Museum Frankfurt" um jüdische Kultur in der Geschichte und vor allem in der Gegenwart. Frankfurt war und ist eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa. Was macht das Leben von Juden in Deutschland heute aus? Wie kann das Zusammenleben in einer diversen Gesellschaft gelingen? Fragen, die entscheidend sind für die Zukunft unserer Gesellschaft.

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Ein Mord und viele Fragen - Der Lübcke Prozess

20-10-2020

Es war nur ein einziger tödlicher Schuss, der fiel und traf, mitten in den Kopf. Aber er schockierte die gesamte Republik. Walter Lübcke, der Kasseler Regierungspräsident, starb in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha, weil er offen für eine Flüchtlingspolitik eintrat, die dem Täter ein Dorn im Auge war. Stephan Ernst, 47 Jahre, Neonazi, mehrfach vorbestraft, ein politisch motivierter Gewalttäter ist geständig, liefert aber unterschiedliche Versionen des Tathergangs, die auch seinen Kumpanen Markus H., einen ebenfalls gewalttätigen Rechtsextremisten, als Mittäter schwer belasten. 21 Prozesstage hat es vor der 5. Strafgerichtskammer des Oberlandesgerichts Frankfurt bislang gegeben. Und immer noch stehen die Fragen im Raum: Woher stammt die Waffe? Welche Rolle spielt Markus H.? War er der Einflüsterer, der Anstifter oder der "Denker" , wie seine Ex-Freundin ihn charakterisierte? Und waren beide Angeklagte Teil eines rechtsextremistischen Netzwerkes? Der mörderische Hass auf Walter Lübcke zeigt, dass rassistische Gewalt keineswegs nur die Opfer bedroht, sondern die liberale Demokratie an sich.

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Lerne aus der Ferne - Der Mensch auf Abstand

19-10-2020

Die Schule geht nach den Herbstferien wieder los, aber wie? Die Zahl der positiven Coronatests steigt derzeit, deswegen fordern manche schon wieder lautstark Fernunterricht - und klagen dann noch lautstärker über die Versäumnisse der Schulen, sich darauf materiell und inhaltlich zu vorzubereiten. Die digitale Trägheit des deutschen Bildungswesens ist nicht zu übersehen, aber hier wirkt sie doch ein wenig vorgeschoben. So schnell lässt sich die passende Infrastruktur in den Familien und die Angebote der Schulen im ganzen Land nicht aus dem Boden stampfen. Und die Erfahrungen mit dem Lernen aus der Ferne waren im Frühjahr auch aus anderen Gründen eher ernüchternd. Eltern sind aus verschiedenen Gründen als Hilfslehrer der eigenen Kinder eher ungeeignet, und die Privatisierung der Lernens verschärft die sozialen Unterschiede noch einmal. Auch an den Universitäten wurde aus der Ferne unterrichtet. Auch hier sind die Rückmeldungen von Lehrenden und Lernenden sehr durchmischt. Geht es hier nur um mangelhafte Technik und fehlende Flexibilität? Oder doch eher darum, dass der Mensch als soziales Wesen - nicht nur beim Lernen - den direkten Kontakt zu anderen Menschen braucht?

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"Haltet Euch bereit“ - Trumps Wahlkampf und der rechte Rand

16-10-2020

Wenn man den Umfragen traut, wird Donald Trump wohl nicht wiedergewählt - das sehen inzwischen auch Leute so, die eigentlich nichts dagegen hätten. Manche fürchten aber, dass er in diesem Fall nach anderen Wegen suchen könnte, im Amt zu bleiben. Trump deutet zwischendurch gerne an, die Wahl könne zu seinen Ungunsten manipuliert werden, und kokettiert damit, das Ergebnis dann nicht anzuerkennen. Und dann kämen die rechtsradikalen Milizen gerade Recht, die im ganzen Land existieren: Sie könnten sich einem Regierungswechsel ja mit Gewalt entgegenstellen. Haben sie nicht in Michigan im Frühjahr versucht, die demokratische Gouverneurin zu entführen? Hat Trump nicht immer wieder diesen Kämpfern für eine Weiße Vorherrschaft aufmunternd zugezwinkert, ihre rassistischen Einstellungen verbal bedient? Hat er nicht im Duell mit Biden den Schlägertrupp "Proud Boys“ dazu aufgefordert, "sich bereit zu halten“? Diese Befürchtungen passen zum Bild einer Nation, die ihre Probleme zunehmend mit Gewalt löst. In den USA wurden in der Coronazeit deutlich mehr Waffen gekauft. Oder sitzen wir da einer alarmistischen Fehlwahrnehmung auf, und die Amerikaner haben die Spaltung satt - und sehnen sich in der Mehrheit nach nichts mehr als innerem Frieden und demokratischen Lösungen?

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Immune Immobilien – Wann platzt die Blase?

15-10-2020

Das Corona-Virus ist zwar wahnsinnig klein, es ist aber eine gigantisch große Bremse für alle möglichen Bereiche der Wirtschaft. Die Beschränkungen in unserem Alltag haben manche Branchen an den Rand ihrer Existenz gebracht, sie müssen massive Einbußen verkraften. Ein Bereich bleibt da aber offenbar komplett außen vor: Die Preise für Immobilien steigen in vielen Regionen munter weiter, genauso wie die Mieten. Der Bundesverband der Immobilienmakler und -verwalter geht davon aus, dass die Mieten für bereits bestehende Wohnungen im Schnitt um bis zu drei Prozent nach oben gehen werden in diesem Jahr. Trotz Corona. Oder vielleicht ja gerade wegen Corona: Mit dem Drang zu mehr "Home-Office“ und weniger Möglichkeiten, die Freizeit anderswo zu verbringen, haben die eigenen vier Wände noch mehr Bedeutung bekommen. Die niedrigen Zinsen machen es umso attraktiver, in Wohneigentum zu investieren. Wenn man es sich denn leisten kann. Fachleute warnen deswegen schon von der nächsten Blase, die irgendwann platzen könnte. Was sie bislang erstaunlicherweise nicht getan hat.

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